20.11.2021

VKAA: Die Industriebeiträge

Myopiekontrolle war zentrales Thema der Industrieaktivitäten im Rahmen der VKAA-Tagung. Christian Zsidek (Foto), Geschäftsführer von Hoya Lens Österreich, versuchte, die Kontaktolog*innen für ein Brillenglas zu begeistern.

Jede der bei der VKAA-Tagung in Salzburg vertretenen Kontaktlinsenfirmen wie Appenzeller, Medilens Säntis, HETYCH, Galifa, wöhlk, Bilosa, falco, Menicon, Alcon und Safilens verfügt über eine eigene Strategie zu Myopiekontrolle. Kontaktlinsen mit peripherem Defocus, multifokale Kontaktlinsen sowie orthokeratologische Kontaktlinsen werden auch von den Mitgliedern der Vereinigung kontaktlinsenanpassender Augenärzte (VKAA) als therapeutische Maßnahme bei progredienter Myopie eingesetzt. Keine Überraschung also, dass sich das Thema Myopiekontrolle in praktisch allen Informationskativitäten der Industrie niedergeschlagen hat. Ordinationsausstatter wie Askin oder NEUMED stellten Diagnosegeräte vor, die beim Myopiemanagement wertvolle Hilfestellungen leisten.

Überraschend stiess aber ausgerecht ein Brillenglas-Hersteller auf besonderes Interesse bei der Salzburger Kontaktlinsen-Tagung. HOYA Lens pries "MiYOSMART" als "sichere, einfache und effektive, nicht-invasive Methode für das Myopie Management" an. Die Produkt ist so neu, dass es noch nicht in die"Leitlinie zur Hemmung der Myopieprogression im Kindes- und Jugendalter" der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft Eingang gefunden hat. Zumindest die Aufmerksamkeit der Augenärzte ist jetzt geweckt.

Dass kontaktlinsenanpassende Augenärzt*innen durchaus noch eine wichtige Rolle spielen, zeigten Marktdaten, die in den Vorträgen der Industrie präsentiert wurden. Während der Pandemie haben Tageslinsen massiv an Marktanteilen verloren, Monatslinsen, Hartlinsen und Individual-Linsen, die insbesondere in Ordinationen angepasst werden, stiegen im Marktanteil. Über 300 österreichische Ophthalmolog*innen vertrauen bereits der Eigenmarke "Convenilens". Der Erstkauf von Kontaktlinsen findet zu mehr als 40 Prozent in der Augenarztordination statt. Allerdings verlieren die Augenärzt*innen nach dem Erstkauf 42 Prozent ihrer Kontaktlinsen-Kund*innen und - so ein Industrierepräsentant: "Ist der Kunde einmal in Onlineshops abgewandert, kommt er nicht mehr retour". Ein weites Betätigungsfeld für künftige Weiterbildungsangebote zur Kund*innen/Patient*innenbindung.

Fotos: Medical Network | Dr. Erich Feichtinger


 

 

 

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